Boccondivino, Mailand

mailand

Familie und Freunde von Kurius Feindeiner wissen, dass es sich hierbei um sein absolutes Lieblingslokal handelt. Mehrere Geburtstage wurden im boccondivino gefeiert, selbst mit Geschäftspartnern konnte ich schon einkehren (Dank meiner Überzeugungskraft und Dank der Qualität des Gebotenen). Immer waren es unvergessliche Abende und für Mailänder Verhältnisse preislich mehr als im Rahmen, vor allem wenn man darauf schaut, was man alles konsumiert.

Erstmals besucht haben wir das Lokal 1998, als Auftakt zu einer Schlemmerreise durch Ligurien während der Sommerferien, von der wird in diesem Blog noch zu reden sein – Näheres in Kürze. Mailand empfing uns mit sagenhaft schlechtem Wetter, es goss aus Kübeln, garniert mit heftigen Windböen. Der Eintritt ins boccondivino (nach Klingeln) war wie der berühmte Schritt von der Hölle ins Paradies und er ist es immer geblieben.

Das boccondivino ist kein richtiges Restaurant, sondern eine Enoteca, die landesübliche Spezialitäten serviert. Aber wie und was für welche!  Der Name bedeutet frei übersetzt „göttliche Häppchen“ oder auch „Häppchen vom Wein“. Und genau dies ist das Konzept.

Jeder Tisch ist zunächst mit dem typischen „pinzimonio“ eingedeckt, das heisst einem Korb voll rohem Gemüse. Dazu stehen Öl, Essig, Salz und Pfeffer bereit und man geniesst diese Appetitanreger mit dem ersten Glas Prosecco. Schon werden kleine Köstlichkeiten gereicht wie frittierte Reisbällchen, Leberpaté und natürlich eine Auswahl an selbstgebackenem Brot. Ein erster Weisswein kommt auf den Tisch, nach ausführlicher Beschreibung durch den Patron (stilecht mit Sommelierkette samt Löffel um den Hals).

Es folgen Schinken und Würste, erst gekocht, dann roh bzw. geräuchert (oder war es umgekehrt), schliesslich noch ein Stück San Daniele Schinken frisch per Hand vom Wagen geschnitten. Mittlerweile haben Sie mindestens einen weiteren Weisswein und einen ersten Rotwein geniessen dürfen, die Flaschen bleiben selbstverständlich auf dem Tisch, man muss ja richtig probieren, was einem besser schmeckt.

Dann ist es Zeit für den Pasta- bzw. Risottogang, einfach, schlicht, aber immer wunderbar aromatisch. Das war auch meine Überlegung bei den Pancetta-Ricotta-Ravioli. Sie fühlen sich leicht satt? Moment, jetzt kommen doch erst die Käse: Zunächst die frischen, darunter neben unglaublich cremigen Büffelmozarelle auch Raritäten aus Süditalien, die – wie uns einmal stolz berichtet wurde – die Alpen nicht passieren, weil sie sonst bereits verderben würden. Erst jetzt folgt der Käsewagen und ein letzter schwerer Rotwein, gerne ein Amarone, aber auch andere sagenhafte Etiketten, von denen Sie sicher noch nie etwas gehört haben, die Sie aber nie vergessen werden. Der Sommelier (seit einigen Jahren wechseln sich Sohn und Vater ab), interessiert sich wirklich für Ihren ganz persönlichen Geschmack.

Ist noch Platz für einen kleinen Nachtisch, zum Beispiel ein Apfelsorbet oder einfach gepflückte Waldfrüchte, selbstverständlich mit einem edlen Dessertwein? Keine Sorge, Sie beschliessen den Abend mit einer Grappa, einem Limoncello, oder auch einem Fernet, je nach Gemüts- und Magenlage. Die Rechnung ist dann zwar nicht geschenkt, aber mehr als reell, vor allem wenn Sie Wein so geniessen, wie wir. An dieser Stelle muss ich mich für die nicht optimale Qualität der Fotos entschuldigen, es gibt nur ganz wenige ohne einen beseelten Kurius Feindeiner (jedoch fehlt das schützende Kochschwein vor seinem Gesicht).

Das bedeutet aber ganz klar: Ich muss schnellstmöglich wieder hin und das in Ordnung bringen. Wie sagte eine dazu passende Werbung so richtig: „Weil es immer einen guten Grund gibt“.

Salute e grandi complimenti a te, boccondivino!

DSCN3958

http://www.boccondivino.com/

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