Uzès, Langeduoc

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Uzès, Langeduoc

Kurius Feindeiner hatte mal eine, völlig unrepräsentative, Umfrage in der Schweiz gemacht, wo man denn so im Sommerurlaub, aber auch in den Herbstferien hinfahre. Als Antwort erhielt ich erstaunlich oft die gleiche Antwort: Uzès im Langeduoc, das aber definitiv provenzialisches Flair ausstrahlt.

Unser derzeitiges Quartier Bern hat ja den unschlagbaren Vorteil, – für alle, die auf die Berge verzichten können – dass man sowohl in 5 Stunden in der Provence ist als auch das Piemont und sogar Ligurien erreichen kann. Nachdem wir vor zwei Jahren die Provence in der Nähe von Mont Ventoux besucht hatten (ein Beitrag kommt später), folgte letztes Jahr Uzès. Und nun ist uns völlig klar, warum es (nicht nur) die halbe Schweiz dorthin zieht.

Zunächst hatten wir bereits Glück mit unserem Feriendomizil, ein wunderbares kleines Haus am Rande des Stadtzentrums über 2 Stockwerke, grosse Küche und eigener Patio inklusive. Der Ort selber präsentiert sich genauso, wie man sich Südfrankreich in seinen Klischees vorstellt und z.B. Peter Mayle so erfolgreich beschrieben hat. Der ganze Ort strahlt diesen speziellen Charme aus und vor allem die zentrale Place du Herbes mit seinen grossen Platanen und dem wunderbaren Springbrunnen hat magische Anziehungskraft. Dementsprechend ist nicht nur viel Schweizerdeutsch auf dem hier zweimal stattfindenden Wochenmarkt zu hören, sondern jede Menge Englisch.

An den Markttagen ist jedoch kaum ein Durchkommen auf dem Platz, das Angebot entschädigt aber für alles Geschiebe und Gedränge eingezwängt zwischen „wonderful“ und marvellous“ aufzeufzenden Briten im Anblick der Lavendelbüsche und sonstigen Spezialitäten. Ich war besonders froh, Lammhaxen zu bekommen, das ist für mich die Erfüllung der provenzalischen Küche. Wer sich Zeit nimmt, entdeckt neben dem klassischen Angebot rund um Fisch, Fleisch, Wurst, Käse und Wein aber auch Nonnen, die eigene Liköre anbieten oder kleine Bierbrauer mit ausgefallenen Rezepturen.

Verschnaufen können Sie in einem der unzähligen Cafes und Restaurants rund um den Platz, schön ist das Terroirs, einerseits Bar und Restaurant, andererseits Feinkostgeschäft. Wenn Sie besonders gut essen wollen in einem einzigartigen Ambiente empfehle ich das Bec à Vin in einer Nebestrasse. Über gleich zwei zugewachsene Innenhöfe am Rande des Castells erstreckt es sich und bietet verfeinerte französische Küche, wir genossen zum Beispiel wunderbaren Fisch auf Fenchelconfit.

A propos Schloss und Turm: Machen Sie doch auch eine Führung durch den Palast des Marquise von Uzès und wagen Sie zum Abschluss als besonderen Nervenkitzel den Auf- und besonders den Abstieg des für Touristen zugänglichen Wachturms.  Von oben haben Sie einen grossartigen Überblick über Uzès und das umliegende Land, sie erkennen besonders die Place des Herbes als grüne Oase der Altstadt. Wenn Sie die rund 150 wirklich engen Stufen verletzungsfrei wieder hinter sich gebracht haben, dürfen Sie sich wirklich belohnen:  Zum Beispiel mit einem der vielzähligen regionalen Pastis, die hier produziert und angeboten werden.

Ach ja, bevor ich es vergesse, wunderbaren Wein zu beinahe lachhaften Preisen bekommen Sie an allen Ecken und Enden direkt ab Produzent, ebenso sehr gutes Olivenöl, und als definitiv absoluten Höhepunkt darf ich natürlich Folgendes nicht vergessen: Das Weltkulturerbe „Pont du Gard“ ist nur 10 Kilometer entfernt. Besuchen Sie dort auch unbedingt das sehenswerte Museum und staunen über das Modell des gesamten Aquäduktes, der einst bis nach Nimes führte. Also, wann buchen Sie Uzès?

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