Pézenas, Molière und Wochenmärkte

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Pézenas, Molière und Wochenmärkte

Wie schon an zwei Beispielen beschrieben, verfügt das Langeduoc Roussillion über mindestes so schöne Orte wie die Provence. Ganz klar dazu gehört auch Pézenas, zwischen Béziers und Montpellier gelegen. Mit nur rund 8000 Einwohnern ist es wahrlich eine Kleinstadt. Aber der Altstadtkern ist schlichtweg bezaubernd und – aus unserer Sicht auch schöner gepflegt als z.B. im hier schon porträtierten Béziers.

Besondere Attraktion ist der Wochenmarkt am Samstag, der sich über die gesamte Länge der sonst zentralen Strasse in die Altstadt hinein erstreckt. Es findet sich wirklich alles, was man sich sowohl für die eigenen Kochrezepte wünscht, aber auch jede Menge bereits Fertiges, falls man schon beim Bummeln (eher Schieben) Hunger bekommt.  Dass Spanien nicht mehr fern ist, wird z.B. an der vielfach dargebotenen Paella deutlich, in riesigen Pfannen frisch zubereitet. Die Obst- und Gemüsestände platzen nur so vor Waren aus der Region, zu fabelhaft günstigen Preisen (Kirschen, Pfirsiche). Natürlich finden Sie auch Seifen, Küchenutensilien, Leder und Elektronik zu (stark) verhandelbaren Preisen.

Nach so viel Rummel tut Erholung gut. Dazu bietet sich ein Besuch des Molière-Museums an, das wirklich bezaubernd gemacht ist. Der grosse französische Autor und Schauspieler gastierte in Pézenas mehrfach mit seiner Truppe Mitte des 17. Jahrhunderts. Die 3D Präsentation verteilt auf mehrere entzückend nachgebaute kleine Theatersäle bietet Ihnen einen umfassenden Über- und Einblick in das Leben und Wirken des bekanntesten französischen Dichters. Wirklich sehenswert.

Das Angebot der Geschäfte in Pézenas ist entsprechend diesem „hohen“ kulturellen Erbe weniger auf die üblichen Souvenirs ausgerichtet, sondern bietet Buchgeschäfte, selbstgemachtes Kunsthandwerk und auch z.B. überraschend viel Holzspielzeug. Gut essen kann man ebenfalls, neben der erwähnten Paella in urigen Lokalen gibt es selbstverständlich auch ambitionierte Restaurants. Wir haben am Platz vor dem Stadttheater sehr gut gegessen, speziell meine Frau hatte mit dem Schweinefilet mit konfierten Zitronen und Fenchel einen sehr guten Griff getan. Bei grosser Hitze (einigen asiatischen Touristen war es sichtlich zu warm) schmeckte der einfache Pichet Rose wunderbar dazu.

Eine regionale Spezialität gibt es ebenfalls zu entdecken. Die Petit rates de Pézenas sind kleine Pasteten, gefüllt mit Fleisch, braunem Zucker und Zitronenabrieb, sehr speziell, aber zum Apero gut geeignet. Angeblich wurden sie im 18. Jahrhundert von einem englischen Lord (und seinem Küchenchef) hier eingeführt, der gerade aus Indien zurückgekehrt war.

Beschliessen soll den heutigen Blogbeitrag ein Zitat von Molière, der eigentlich Jean Baptiste Poquelin hiess. Schön ist natürlich „Man stirbt nur einmal – aber für so lange„, doch trotz der feinen Pointe etwas deprimierend, gerade beim nun anstehenden Frühling. Ich habe mich daher für Folgendes entschieden:

Wenn ich gut gegessen habe, ist meine Seele stark und unerschütterlich; daran kann auch der schwerste Schicksalsschlag nichts ändern„.

Prüfen Sie doch den Wahrheitsgehalt dieses Zitates gleich mal am nächsten Rezept aus, gerne dem Schweinefilet.

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