Parco Scherrer, Morcote, Weltreise und herrliche „Schweinerei“

scherr (10)

Parco Scherrer, Morcote, Weltreise und herrliche „Schweinerei“

Hier also Teil 2 des Doppels rund um das wunderschöne Morcote.  Am Rande des Ortes liegt der Parco Scherrer, benannt nach seinem Gründer Herrmann Arthur Scherrer, ein reicher Textilhändler, der hier in den 30ger Jahren des letzten Jahrhunderts das Grundstück erwarb und einen Park mit Pflanzen aus aller Welt anlegte. Da der Hang Südlage hat und vor den Nordwinden schützt ist, konnten hier auch „sensible“ Pflanzen gedeihen.

Neben den schon letztens erwähnten Kamelien finden sich Eukalyptus, Bambus, Zedern, Kampfer, Drachenbäume, Zypressen und vieles mehr. Doch nicht nur für Freunde der Botanik ist dies wirklich ein „paradiesischer Garten“, wie ihn Aga Khan einst nannte. Denn zusätzlich, um die Reisen in fremde Gefilde noch eindrücklicher zu gestalten, liess Scherrer Gebäude, oft Tempel, im Stile der jeweiligen Kultur anlegen. Und so durchschreitet man zunächst griechische Ruinen um dann vor einem siameischen Teehaus zu stehen, bevor der Wanderer auf einmal in den Garten mit Pool eines indischen Prachtbaus aus der Renaissance gelangt.

All das wurde atemberaubend schön angelegt, absolutes Highlight ist aus meiner Sicht die grosse Park-Terasse mit Blick über den See. Einfach märchenhaft, man möchte gar nicht mehr weggehen. Picknick ist hier übrigens erlaubt. Rund eineinhalb Stunden braucht man, um den Park bis nach oben und alle Gebäude abgewandert zu haben. Es stellt sich dann sicherlich, wie auch bei uns, ein angenehmes Hungergefühl ein.

Ein Freund hatte uns das direkt  hier angrenzende Grotto del Parco für unseren Lunch empfohlen. Erwartungsfroh traten wir durch den hohen Eingang, doch mich beschlich ein etwas ungutes Gefühl, als ich keinerlei Gäste sowie die nicht eingedeckten Tische bemerkte. Tatsächlich teilte man uns mit, dass leider „chiuso“ sei, da Probleme mit dem Strom bestünden, weder Kühlschrank noch Herd funktionierten richtig.

Daraufhin zog aus meiner Sicht einmal wieder die Trumpfkarte, wenn man sich auf die Kultur der Gastgeber einstellt und ausserdem die Landessprache ein wenig beherrscht.  „Wortreich“ (soweit eben mit meinem begrenzten Italienisch möglich) erklärte ich in einer Mischung aus Lob und „Verzweiflung“, dass uns gerade dieser Grotto so empfohlen worden sei und wir nun nach der Besichtigung des Parkes wirklich Hunger hätten. Wir seien auch mit ganz wenig zufrieden, es genügten ja zum Beispiel Tessiner Teller und eine schöne Flasche Wein. Das Eis (sofern überhaupt vorhanden) war gebrochen und der Wirt meinte, das sei nun allerdings wirklich kein Problem, und wenn wir wollten, könne er als Hauptgang noch einfache „Puntile di Maiale“ vom Grill anbieten. Das erinnerte mich ein bisschen an Asterix bei den Belgiern, als eine der Hausdamen sagt: „Viel ist es ja nicht, aber…“. Ähnlich lächelten wir nicht nur innerlich.

Der Park wurde also seinem Namen „Paradies“ erneut gerecht und so genossen wir einfache aber bestens zubereitete Tessiner Küche mit umwerfenden Spareribs als Exklusivgäste des Grottos. Wir sind noch einmal an einem anderen Abend hierher essen gegangen, als wieder alles funktionierte, um festzustellen, dass das del Parco eigentlich eher (ambitioniertes) Restaurant ist, auch preislich. Wir waren wieder hochzufrieden, aber der Mittag mit köstlichen Schweinereien bleibt natürlich in besonderer Erinnerung.

scherr (3)

scherr (8)

sch (3)

 

 

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s